Über uns

Der Freizeitclub für geistig behinderte Jugendliche in Berlin Neu-Hohenschönhausen wurde 1996 in Trägerschaft des Ausblick e.V. Berlin aufgebaut. Der Verein ist seit 21 Jahren in Berlin im Bezirk Lichtenberg/ Hohenschönhausen tätig und verfolgt satzungsmäßig das Ziel der gesellschaftlichen Integration von Menschen mit  einer Behinderung.

 

Eine Analyse der psychosozialen Versorgung von Menschen mit einer geistigen Behinderung seitens des Sozialpsychiatrischen Dienstes und die Stellungnahme des Behindertenbeirats, der freien Trägern und auch der Eltern von geistig behinderten Jugendlichen gaben den Anstoß für die Schaffung einer solchen Freizeitstätte in Berlin Neu-Hohenschönhausen. In dieser soll im Rahmen der offenen Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) das Ziel verfolgt werden, den behinderten Jugendlichen eine möglichst umfassende Teilnahme am gesellschaftlichen und kulturellen Leben zu ermöglichen.

Hauptaufgabe des Clubs ist es, ausgehend von den unterschiedlichen Behinderungen und intellektuellen Fähigkeiten der Jugendlichen eine Freizeitgestaltung zu organisieren, mit der die Persönlichkeit des einzelnen Besuchers noch stärker gefördert und die entsprechenden Fähigkeiten und Fertigkeiten weiter entwickelt werden können.

 

Die Tagesabläufe der Clubbesucher sind im Wesentlichen durch die Arbeit in der Werkstatt bzw. dem Schulalltag und dem anschließenden Weg in die Heimeinrichtung oder zur Familie gekennzeichnet. Dies schränkt das soziale Umfeld ein und nährt das Bedürfnis, andere Jugendliche kennen zu lernen. Der Club bietet die Möglichkeit sozialer Kontakte über den bisherigen Freundes- und Bekanntenkreis hinaus, darunter auch die Anbahnung von partnerschaftlichen Beziehungen. Dabei stellt sich die Herausforderung, trotz aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Besucher_in Bedingungen zu schaffen, die ein harmonisches Gruppenverhalten gewährleisten.

 

Neben gesellschaftlicher Integration von Menschen mit einer geistigen Behinderung über geschützte Arbeitsplätze und betreute Wohnformen ist die kulturelle Integration im Freizeitbereich nach wie vor ausbaufähig. Die eher einseitige Tagesstruktur, die aufgrund der geistigen Behinderung oftmals fehlende Kreativität, die Freizeit selbstständig zu gestalten und die häufig in Folge sozial schwacher Herkunft fehlenden finanziellen Mittel stellen den Club vor die Aufgabe, kreative und an den Bedürfnissen und Wünschen der Besucher orientierte Angebote zu konzipieren und zu realisieren.

 

Das inhaltliche Angebot des Freizeitclubs zeichnet sich durch seine Dreigliedrigkeit aus:

 

1.

Zunächst ist der offene Bereich zu nennen. Dieser bietet einen niedrigschwelligen Zugang für die Jugendlichen, den sie in der täglichen Clubarbeit situativ und je nach Bedürfnis nutzen können. Dazu zählen Spielangebote wie Gesellschaftsspiele, Kartenspiele, Computerspiele (auch im Sinne von Lernprogrammen, die das Gedächtnis oder die Geschicklichkeit trainieren) und sportliche Interaktionsspiele (z.B. Tischfussball, Tischtennis). So wird der Umgang mit Regeln, Sieg und Niederlage gelernt.

Entsprechend der Funktionen der einzelnen Clubräume gibt es auch die Möglichkeit von erweiterten sportlichen Aktivitäten (z.B. Ergometer, Laufband, Gymnastik), um eine Erhöhung der Bewegungsfähigkeit und Gewichtsreduzierung zu erwirken. Des Weitern gibt es die Angebote zu Malen und zu Basteln, oder die Möglichkeit zu Singen und zu Tanzen, um eine Weiterentwicklung im kreativ-musischen Bereich zu fördern.

Der offene Bereich dient darüber hinaus auch als Raum für Geselligkeit und Kommunikation. Der offene Plaudertreff bei Kaffee und Imbiss lädt dazu ein, Kontakte zu knüpfen oder aber auch zeitweilig Konflikte auszutragen.

Jederzeit gibt es auch seitens der Sozialpädagogen das Angebot der individuellen Beratung in Alltagsfragen und bei Problemen in der Schule oder in der Werkstatt.

Nicht zuletzt weil viele Jugendliche nach der Schule oder nach der Arbeit in der Werkstatt sehr erschöpft und angespannt in den Club kommen gibt es auch viel Raum für das „Nichtstun“ und Entspannung.

 

2.

Aus dem offenen Bereich heraus werden Anregungen für die Gestaltung von Gruppenangeboten gesammelt, für die ein regelmäßiger Termin vereinbart wird und die mittelfristig auf eine feste Gruppenzusammensetzung abzielen, um eine höhere Verbindlichkeit zu erreichen. Dies dient der Regulierung der Tages- und Wochenstruktur der jeweiligen Jugendlichen sowie der Intensivierung sozialer Kontakte. Dazu zählen die Sporttermine, die Kaffeetafel und der Clubbeirat. Langfristig sollen mit den Gruppenangeboten spezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten gefördert werden, welche das Selbstvertrauen stärken und zu selbstständigem Handeln und Eigenverantwortung befähigen. Je nach Art und Grad der Behinderung hat dies allerdings seine Grenzen.

 

 

3.

Das dritte Glied der inhaltlichen Struktur machen Veranstaltungen in und außerhalb der Freizeitstätte aus. Diese zeichnen sich durch einen hohen Spaßfaktor und Aufforderungscharakter aus und sind auf größere Gruppen ausgerichtet. Sie finden teilweise regelmäßig statt (z.B. Discoveranstaltungen, Besuch der Bowlingbahn, sportive Turniere) oder werden vereinzelt durchgeführt (z.B. Konzert-, Theater-, Kino- und Museumsbesuche, Exkursionen in die Natur und das regionale Umfeld, Informationsveranstaltungen und Verkehrserziehung). Diese Veranstaltungen haben schwerpunktmäßig die kulturelle Eingliederung der Clubbesucher im Blickpunkt.

 

Alle drei Glieder sind ganzheitlich ausgerichtete Angebote, die die Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung auf der körperlichen, geistigen und seelischen Ebene ansprechen und fördern sollen.